Wer im Mittelmeer baden will, sollte über diesen hochgiftigen Fisch informiert sein. Denn der Hasenkopf-Kugelfisch breitet sich infolge des Klimawandels auch in Europa immer weiter aus.

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Der giftige Hasenkopf-Kugelfisch (Lagocephalus sceleratus) breitet sich zunehmend im Mittelmeerraum aus. Ursprünglich in tropischen Gewässern des Indischen und Pazifischen Ozeans beheimatet, gelangte der Hasenkopf-Kugelfisch über den Suezkanal ins Mittelmeer.

Wissenschaftler haben das Tier schon in verschiedenen Regionen dokumentiert, darunter Griechenland, die Türkei und zuletzt Kroatien.

Diese Symptome gibt es bei einer Vergiftung

Die Hauptgefahr für den Menschen geht von einem starken Nervengift (Tetrodotoxin (TTX)) aus, das hauptsächlich in den Keimdrüsen, der Leber und der Haut des Fisches vorkommt. Bereits ein bis zwei Milligramm können für einen Menschen tödlich sein. Das Gift kann beim Verzehr des Fisches, aber auch durch Berührung in den menschlichen Körper gelangen. Den Hasenkopf-Kugelfisch sollte man daher auch keinesfalls mit bloßen Händen anfassen.

Symptome einer Vergiftung treten oft innerhalb weniger Minuten auf, beispielsweise Kribbeln um den Mund, Schwäche, Schwindel, Lähmungen und Atemversagen. Ein spezifisches Gegenmittel existiert nicht, was die Gefahr zusätzlich erhöht.

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In Ländern wie Syrien, der Türkei und dem Libanon wurden zwischen 2004 und 2023 fast 200 Vorfälle im Zusammenhang mit diesem Kugelfisch dokumentiert. Dazu zählen auch 28 Angriffe, in denen der für sein aggressives Verhalten bekannte Fisch Menschen gebissen hat. Mindestens 144 nicht-tödliche Vergiftungen wurden dokumentiert, nach dem Verzehr des Fisches kam es aber auch zu 27 Todesfällen.

Klimawandel begünstigt Ausbreitung

Ein konkreter Fall aus dem Libanon verdeutlicht die Gefahr: Ein 46-jähriger Mann entwickelte eine Stunde nach dem Verzehr Taubheitsgefühle sowie Schwindel und musste fünf Tage im Krankenhaus verbringen. Dann konnte der Mann glücklicherweise wieder entlassen werden.

In die Adria gelangt der Hasenkopf-Kugelfisch infolge des Klimawandels. Lange wurde angenommen, dass die dortigen Gewässer zu kalt für die Spezies seien. Doch die Erderwärmung und damit einhergehende steigende Wassertemperaturen begünstigen seine Vermehrung und Ausbreitung. Zudem hat der Fisch im Mittelmeer kaum natürliche Fressfeinde und breitet sich in der Folge rasant aus.

So erkennen Sie den Hasenkopf-Kugelfisch

Badegästen und Besuchern der Region wird empfohlen, jeglichen Kontakt mit dem Tier zu vermeiden und den Fisch keinesfalls zu verzehren. Wichtig hierbei auch: Viele Menschen erkennen den Kugelfisch nur, wenn er sich auf charakteristische Art aufbläht.

Touristen sollten sich daher möglichst vor eine Mittelmeer-Reise über das Aussehen des Tieres informieren. Die kantige Schnauze, die markanten Schneidezähne sowie – schwieriger zu erkennen – ein silberner Streifen am Bauch können bei der Identifikation des giftigen Tieres hilfreich sein. (lau)

Verwendete Quellen

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