Julian Schmitz-Avila, Fabian Kahl
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In der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" mit Horst Lichter steht Kuschelstunde auf dem Programm. Denn nachdem ein Dachbodenfund zwei Händler zu einem "Kollegensau"-Duell aufforderte, liegen sie sich nach dem Kauf wieder freundschaftlich in den Armen. Weiter auf dem Programm: Ein Spieleabend mit ihren Freundinnen ...
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Das Verkäufer-Paar Doris und Winfried aus Kludenbach hat auf dem Dachboden ihres neuen Hauses ein altes Brettspiel entdeckt. "Das sieht mächtig alt aus", findet Lichter. Denn das Spiel hat Figuren aus Zinn. Detlev Kümmel zufolge stammt das Spiel "Fröhliche Rheinfahrt" vom Verlag Josef Scholz aus Mainz.
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Es handelt sich um ein künstlerisches Spiel, denn die einzelnen Rhein-Sehenswürdigkeiten auf dem Brett und Karton stammen von einem Illustrator: Fritz Westenberger. Kümmel datiert das Spiel Ende der 1930er Jahre und lobt gleichzeitig den "wirklich sehr guten Zustand" angesichts des hohen Alters.
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"Es ist wunderschön", gesteht Lichter und will den Wunschpreis wissen. Beide wünschen sich 40 bis 50 Euro. Doch der Experte taxiert das Spiel sogar auf 100 bis 150 Euro: "Denn Spielesammler mögen sowas, vor allem in dem Zustand", erklärt Kümmel. "Ui", freut sich die Verkäuferin und Lichter stellt sich das Spiel schon "in einer Vitrine" vor.
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Im Händlerraum findet vor allem Julian Schmitz-Avila sofort Gefallen an dem Spiel. Denn beim Anblick der Rheinlandschaft erkennt er: "Das ist meine Heimat, Junge." Viele Orte auf dem Brettspiel rufen Erinnerungen wach: "In Bacharach war ich in der vierten Klasse auf Klassenfahrt und da hat der Vater Zahnmedizin studiert", erkennt der Händler.
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Elisabeth Nüdling findet das "Heimatkundliche" toll, denn "man lernt etwas beim Spielen". Das erste Gebot kommt aber natürlich von Schmitz-Avila. Er steigt mit 80 Euro für den Start hoch ein, wird aber trotzdem von Kollege Fabian Kahl überboten. In Zehn-Euro-Schritten hangeln sich die Händler schnell weiter nach oben. Damit hat niemand gerechnet.
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"Was ist denn da los?", staunt Markus Wildhagen über das Gefecht. Er findet 100 Euro schon ein "sehr gutes Gebot". Schmitz-Avila ist verärgert, denn "ich habe mit meinem ersten Gebot wirkliche Heimatverbundenheit gezeigt". Er bietet noch 150 Euro und denkt, das Spiel gehört jetzt ihm. Doch Kahl macht immer weiter.
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Mit seinem 160-Euro-Gebot fällt Kahl jetzt auch bei den anderen Händlern in Missgunst. "Das ist unfassbar", erklärt Wildhagen und Steve Mandel findet Kahl ist sogar eine "Kollegensau". Schmitz-Avila findet es zu teuer, weiterzubieten: "Bei aller Liebe." So erhält Kahl den Zuschlag für die "Fröhliche Rheinfahrt".
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Kahl hat aber einen anderen Plan, als das Spiel zu behalten und startet seine Rede: "Lieber Julian, darf ich dir als mein Freund dieses Spiel zum Geschenk machen?" Schmitz-Avila freut sich sehr über die Aufmerksamkeit: "Danke Schatz." Auch Händlerin Nüdling ist ganz gerührt von der Geste: "Oh, ist das schön."
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"Jetzt wird's kuschelig", lacht Mandel, als sich Kahl und Schmitz-Avila auch noch umarmen. Wildhagen muss fast sein "Tränenglas" zücken bei so viel Gefühlsduselei. Um den Tag perfekt zu machen, planen die beiden Händler sogar ihren nächsten Spieleabend "mit unseren Freundinnen", betont Schmitz-Avila, der sich jetzt schon wie der Gewinner fühlt.
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Als weiteres Objekt der Sendung bringt Harald aus Velbert eine alte Jugendstil-Vase mit. Bianca Berding verortet das Objekt anhand der Stempel nach Österreich, die Werkstatt kann sie aber nicht erkennen. Im Stil erinnert die Vase aber an den Keramiker Julius Dressler.
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Für das Jugendstil-Objekt (um 1910) wünscht sich der Verkäufer 300 bis 400 Euro. Expertin Berding schätzt es aber niedriger ein, denn "das ist schon Massenware". Sie taxiert 100 bis 150 Euro. Die Händlerkarte wird aber dennoch angenommen. Steve Mandel zahlt letztlich 200 Euro.
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Dorit und Noa aus Bonn und Bad Kissingen wollen Familienschmuck verkaufen. Vor allem den Kettenanhänger beschreibt Heide Rezepa-Zabel "wie aus dem Bilderbuch, einfach niedlich". Die Kette aus Platin (585) zeigt einen Schleifen-Anhänger mit Diamantrosen und Naturperlen.
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Laut Expertise handelt es sich um eine Mariage aus den 1960er Jahren. Das Stück stammt ursprünglich aber aus den 1910er Jahren. Gewünscht werden 500 Euro. Die Expertin bewertet 400 Euro. Die Händlerkarte wird trotzdem angenommen.
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Zum Glück, denn nach einem Duell zwischen Elisabeth Nüdling und Markus Wildhagen zahlt die Händlerin sogar 850 Euro: "Denn das süße Schleifchen kann ich einfach nicht ziehen lassen."
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Anne und Michael aus Mechernich haben eine Bronze dabei, die sie vor rund 40 Jahren bei einer Haushaltsauflösung erworben haben. Laut Bianca Berding stammt der Entwurf (1870 bis 1890) für das Eisläufer-Paar von dem französischen Bildhauer Charles Georges Ferville-Suan.
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Leider gibt es keinen Gießereistempel, gewünscht werden dennoch 1.500 Euro. Expertin Berding taxiert 1.800 bis 2.500 Euro, obwohl sie anmerkt: "Der Bildhauer verkauft sich nicht mehr so gut, weil er Objekte aus einer alten Zeit zeigt." Am Ende zahlt Händler Fabian Kahl 2.300 Euro.
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Thomas aus Iserlohn sucht einen Liebhaber für seine alte Kleinbildkamera (MDC) von Minox. Experte Detlev Kümmel erkennt die Sonderedition als "Gold Edition"-Kamera mit vergoldetem Aluminium-Korpus aus den Jahren 1994/95.
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Für das Full-Set wünscht sich der Verkäufer 500 Euro. Experte Kümmel schätzt den Marktwert auf 500 bis 600 Euro. Im Händlerraum erinnert das Objekt Elisabeth Nüdling gleich an die Abenteuer von James Bond. Am Ende kauft aber Steve Mandel das Stück für 620 Euro.
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Peter aus Vreden verkauft Familienschmuck, der die letzten 20 Jahre nur in der Schublade gelegen hat. Wegen des minimalistischen Designs von Armband und Brosche aus 585er Gold mit Turmalinen datiert ihn Heide Rezepa-Zabel in den 1960er Jahren.
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Gewünscht werden 2.800 bis 3.000 Euro vom Verkäufer. Expertin Rezepa-Zabel taxiert das kleine Schmuckset wegen des hohen Goldwerts (3.200 Euro) sogar auf 3.400 bis 3.600 Euro. Letztlich zahlt Händlerin Elisabeth Nüdling 3.300 Euro und will die Brosche in zwei Ohrclips umarbeiten.