Sophia Thiel galt vor ein paar Jahren als die Fitness-Influencerin Deutschlands. Warum sie mit diesem Begriff mittlerweile hadert und wie sie mit Hass-Kommentaren im Netz umgeht, darüber hat die 30-Jährige in einer Talkshow gesprochen.

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Eigentlich, so sagt Sophia Thiel, wollte sie nach ihrer Teilnahme bei "Let's Dance" im vergangenen Jahr wieder mit Trainingsvideos anfangen. "Aber dann bin ich in so ein Loch gefallen", verrät die 30-Jährige in der NDR-Talkshow "Deep und Deutlich".

Dann benennt Thiel ganz klar, was sie damals gehemmt hat, wie sie es selbst ausdrückt: "Es ist das Gefühl, mich als Fitnesstrainerin zu bezeichnen oder Workouts zu machen ich fühle mich den Begriffen nicht mehr gerecht." Dann stutzt die 30-Jährige, denkt kurz über ihre eigenen Worte nach. "Das ist jetzt mein Outing. Ich fühle mich in dem Bereich mittlerweile so unwohl, weil ich denke, dass das in der Öffentlichkeit einfach nicht funktioniert."

Musste für den Sixpack sehr viel Gewalt anwenden

Sophia Thiel zeigt sich in der Talkshow mit knallroten Haaren inklusive Extensions, wie sie weiter erzählt. Ihre Fingernägel seien gemacht, außerdem würde sie sich zweimal im Jahr Baby-Botox spritzen lassen. Um Falten vorzubeugen, bevor sie entstehen, wie Thiel erzählt.

Vor einigen Jahren galt Thiel als die Fitness-Influencerin Deutschlands, ein Begriff, mit dem sie selbst wohl am meisten haderte. "Dieser Sixpack, den ich hatte, wurde von mir verlangt", erzählt sie. "Ich wurde als Fitness-Model und Fitness-Trainerin gebucht. Und dafür musste ich sehr viel Gewalt anwenden." Ihr Fazit heute: "Das kann ich nicht empfehlen. Ich war sehr müde, sehr schwach, sehr unsozial."

Nach ihrer "Let's Dance"-Teilnahme hatte die 30-Jährige eine Krise. Sie habe im Internet zu der Zeit sehr viele Hate-Kommentare abbekommen und damals sogar ein Video dazu geteilt, in dem sie einige davon öffentlich machte. Unterlegt war das Video mit dem Ärzte-Song "Lasse redn": "Lass die Leute reden, bei Tag und auch bei Nacht, lass die Leute reden das haben die immer schon gemacht", heißt es darin.

Kann sie immer so gut umgehen mit so viel Hass, wollen die Moderatorinnen Aminata Belli und Lola Weippert von ihr wissen? "Ich bin nicht immer so cool", gibt Thiel unumwunden zu. "In stabilen Phasen kann ich gut damit umgehen. Aber manchmal trifft ein Kommentar auch richtig ins Schwarze, und dann stell' ich alles in Frage."

Sophia Thiel: "Das Leben ist nie ein Ankommen"

Wichtig sei jedoch vor allem Humor. "Man muss sich die Form von Hate auf Social Media aussuchen, mit der man am besten zurechtkommt", sagt Sophia Thiel. Ein Kommentar, der Aminata Belli zu beinahe ungläubigem Lachen bringt. Sie frage sich dann, so Thiel weiter, ob "ich eher den Hate möchte, dass ich zu fett bin oder dass ich aussehe wie ein Typ". Im Netz würden die Menschen ohnehin alles kritisieren, sagt die ehemalige Fitness-Influencerin.

Deswegen sei sie zum Gegenangriff übergegangen, würde auch unangenehme Themen offen auf Social Media ansprechen. "Wenn ich höre, ich bin zu fett, dann denke ich: Sagt mir was Neues! Seit ich mich nicht mehr verstecke, die Scham aufgebrochen habe, hat mir das sehr geholfen. Das nimmt einem Thema die Schwere."

Sophia Thiels Fazit: "Das Leben ist nie ein Ankommen. Sondern ein ständiges Herumprobieren." Heute allerdings, so gibt sie auch zu, fühle sie sich wesentlich besser als früher.

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