Gérard Depardieu ist im Pariser Justizgebäude angekommen. Nachdem sein Prozess auf den 24. März verschoben worden war, steht der Schauspieler nun vor Gericht. Ihm werden sexuelle Übergriffe auf zwei Frauen während der Dreharbeiten vorgeworfen.
Gérard Depardieu (76) ist tatsächlich im Pariser Strafgericht angekommen. In einen dunklen Anzug ohne Krawatte gekleidet, schlenderte er mit einer Hand auf der Schulter seines Anwalts in das Gebäude und schien von den schwerwiegenden Vorwürfen gegen ihn unbeeindruckt zu sein.
Nachdem sein Prozess vergangenen Herbst verschoben worden war, steht der französische Schauspieler nun am 24. und 25. März vor Gericht. Ihm werden sexuelle Übergriffe auf zwei Frauen während der Dreharbeiten zu Jean Beckers Film "Les Volets verts" im Jahr 2021 vorgeworfen.
Wie "Francetvinfo" meldet, begann die Anhörung kurz nach 13:30 Uhr und soll wie geplant mindestens auch am Dienstag fortgesetzt werden. Der 76-jährige Angeklagte, der die Vorwürfe bestreitet, war im Oktober nicht zu der Verhandlung erschienen, nachdem sein Anwalt die Folgen einer vierfachen Bypass-Operation der Herzkranzgefäße und eine durch den Stress des bevorstehenden Prozesses verstärkte Diabetes geltend machte. Ebendieser Anwalt begleitete ihn nun auch in den Gerichtssaal.
Feministische Kundgebung vor dem Gericht
Mehrere Dutzend Menschen demonstrierten am Montag, dem ersten Tag des Prozesses gegen
"Keine Handlung kann als sexueller Übergriff eingestuft werden, er hat das nie zugegeben, weil er es nie getan hat", sagte Gérard Depardieus Anwalt Jérémie Assous dagegen am Montag gegenüber "Franceinfo". Gérard Depardieu sei jemand, "der extrem frei ist, der extrem direkt sein könne. Er sei "brutal" und sage, was er denke, bestätigte der Anwalt des Schauspielers und betonte auch die "Freude" seines Mandanten, "grob zu sein".
Gérard Depardieu drohen fünf Jahre Haft
Der 76-Jährige, der in mehr als 200 Filmen und Fernsehserien mitgewirkt hat, wurde von rund 20 Frauen des unsittlichen Verhaltens beschuldigt, aber dies ist der erste Fall, der vor Gericht verhandelt wird.
Die Erwartung der Nebenklägerinnen sei, dass es zu einer Debatte über den Inhalt der Akte komme und dass diese Angelegenheit endlich vor Gericht gebracht werde, sagte indes Carine Durrieu Diebolt, die eine der beiden Klägerinnen vertritt. Sie bedauert "die Strategie der Verteidigung, den Prozess durch eine Anhäufung von Nichtigkeitsverfahren und Verzögerungstaktiken zu verschieben".
Gérard Depardieu drohen fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 75.000 Euro. (ili/spot) © spot on news