Zahlreiche Hollywoodstars, darunter auch Sandra Hüller, haben in einem offenen Brief den Umgang der Oscar-Academy im Fall des attackierten Filmemachers Hamdan Ballal kritisiert.
Über 500 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie die Academy für ihre fehlende öffentliche Unterstützung des palästinensischen Filmemachers Hamdan Ballal (36) verurteilen. Ballal war kürzlich durch israelische Behörden festgenommen worden. Die Academy veröffentlichte daraufhin zwar eine Erklärung, in der sie "die Schädigung von Künstlern" verurteilte, ohne jedoch konkret zu benennen, auf welche Künstler sie sich bezog.
In ihrem Brief kritisieren die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, zu denen laut "Variety" unter anderem Mark Ruffalo, Olivia Colman, Joaquin Phoenix, Riz Ahmed, Penélope Cruz, Emma Thompson und die deutsche
"Ein Angriff auf alle, die es wagen, Zeugnis abzulegen"
"Wir verurteilen den brutalen Angriff und die unrechtmäßige Inhaftierung des Oscar-prämierten palästinensischen Filmemachers Hamdan Ballal durch Siedler und israelische Streitkräfte im Westjordanland", heißt es in dem Brief. "Einen Oscar zu gewinnen ist keine leichte Aufgabe. Die Angriffe auf Ballal sind nicht nur ein Angriff auf einen einzelnen Filmemacher - es ist ein Angriff auf alle, die es wagen, Zeugnis abzulegen und unbequeme Wahrheiten zu erzählen." Ballals Behandlung werfe grundsätzliche Bedenken hinsichtlich der Meinungsfreiheit und der Sicherheit von Künstlern auf.
Ballal wurde Anfang dieser Woche festgenommen, nachdem er nach Zeugenaussagen von israelischen Siedlern in der Nähe seines Heimatdorfes Susiya im Westjordanland gewaltsam angegriffen worden war. Er wurde offenbar attackiert und dann von israelischen Streitkräften aus einem Krankenwagen geholt. Nach demnach 24 Stunden mit verbundenen Augen in einem israelischen Armeestützpunkt wurde er am Dienstag freigelassen. (stk/spot) © 1&1 Mail & Media/spot on news