Österreichs U21-Herren bekommen einen neuen Teamchef: Werner Gregoritsch hat genug. Laut ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel kommt der Entschluss keineswegs überraschend.

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Der Österreichische Fußball-Bund besetzt den Posten des U21-Teamchefs neu. Wie der ÖFB am Montag bekannt gab, hört Werner Gregoritsch nach zwölf Jahren in dieser Position auf.

Die Ära endet entweder nach der EM-Qualifikation dieses Jahres oder im Erfolgsfall nach der EM-Endrunde 2025. "Es ist wichtig, dass du weißt, wann genug ist. Es ist jetzt genug. Trapattoni würde sagen: Ich habe fertig", sagte Gregoritsch.

Schöttel dementiert Einflussnahme von Ralf Rangnick auf Personalie

ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel erklärte, der Entschluss sei für alle Beteiligten bereits seit eineinhalb Jahren beschlossene Sache. Ein Nachfolger des 66-jährigen Steirers stehe noch nicht fest.

Medienberichte, wonach A-Teamchef Ralf Rangnick die treibende Kraft hinter der Ablöse ist, dementierte Schöttel. "Berichte, dass Ralf Rangnick irgendwas damit zu tun hat, sind einfach nicht richtig." Der aktuell stattfindende Perspektivspieler-Lehrgang der größten ÖFB-Talente in Enzesfeld-Lindabrunn sei die richtige Bühne, um den Abschied zu verkünden.

Gregoritsch bezeichnete Berichte über Rangnicks Einflussnahme als "völlig deplatziert" und betonte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem deutschen Fußball-Lehrer. Er führte Abnützungserscheinungen als Grund für seine "Fußballpension" an.

"Es ist in den vergangenen Jahren viel Energie und Kraft draufgegangen", sagte der Steirer. Er erzählte von Schicksals- und Rückschlägen wie einem Herzinfarkt 2020 am Tennisplatz und einer Corona-Erkrankung. "Ich bin froh, dass ich heute gesund hier sitze."

Die großen Erfolge blieben aus

Gregoritsch betreute die U21 seit Februar 2012. In bisher 111 Spielen sammelten die diversen Auswahlen im Schnitt 1,91 Punkte. Durchschlagender Erfolg auf größerer Bühne blieb aus, unter Gregoritsch verpassten die ÖFB-Junioren fünf von sechs EM-Endrunden. Mit der Qualifikation für die Endrunde 2019 gelang eine Premiere, bei der nach der Gruppenphase mit vier Punkten Schluss war.

Die aktuell laufende EM-Qualifikation macht Gregoritsch noch fertig. Als Dritter - vier Punkte hinter Leader Slowenien - stehen die Chancen auf die EM-Teilnahme vor den abschließenden drei Partien schlecht. Zweimal strauchelte das ÖFB-Team mit einem Remis gegen den Letzten aus Zypern.

Gregoritsch gab sich zweckoptimistisch. "Es gibt eine kleine Chance." Er sei immer mit Herz und Seele Teamchef gewesen. "Ich habe mit dieser Mannschaft nicht sehr viele Titel, aber sehr viele Beziehungen gesammelt." 54 spätere A-Teamspieler habe er mitausgebildet oder mitausbilden dürfen, erklärte Gregoritsch stolz. (APA/ank)

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