Vier Monate vor der EM 2025 zeigen die DFB-Frauen eine Leistung, die mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Auf Bundestrainer Wück wartet noch viel Arbeit. Drei Erkenntnisse aus dem 4:1-Sieg über Österreich.
Rebecca Knaak ist eine Bereicherung für den Spielaufbau
Das erste Tor durch
Allerdings sah Knaak - wie auch
Der deutsche Defensivverbund, zu dem neben dem Innenverteidiger-Duo auch die Außenverteidigerinnen
Gegen Ende der ersten Halbzeit steigerten sich die DFB-Frauen jedoch - und nach der Pause glänzte Knaak immer wieder im Spielaufbau.
Hervorzuheben ist dabei der Treffer zum 2:1: Auf Höhe der Mittellinie legte Linksverteidigerin Rauch mit der linken Hacke nach hinten auf Knaak ab, die den Ball mit ihrem ersten Ballkontakt mit ihrem starken linken Fuß circa 30 Meter quer über das Feld auf Gwinn drosch. Die Kapitänin leitete weiter auf Rechtsaußen
Da der Bundestrainer stets betont, dass er auf der linken Innenverteidiger-Position eine Linksfüßin präferiert, dürfte Knaak gute Karten haben, bei den nächsten Länderspielen im April gegen Schottland wieder im Kader zu sein.
Pausenjoker Sara Däbritz glänzt: Sprengt Wück seine Doppelsechs?
Die beiden sonst so zuverlässigen Sechserinnen Sjoeke Nüsken und Elisa Senß hatten in der ersten Halbzeit große Mühe, Österreichs Angriffswelle zu stoppen. Immer wieder wurden die Chelsea-Spielerin Nüsken und die Frankfurterin Senß Opfer des hohen Pressings, im Spielaufbau lief zudem fast nichts zusammen, weil sie sich, wie Senß nach dem Schlusspfiff in der Mixed Zone zugab, fast ausschließlich aufs Verteidigen konzentrieren mussten.
In der Halbzeitpause brachte

"Sara hat uns eine gewisse Stabilität im Mittelfeld gegeben, die uns in der ersten Hälfte ein bisschen gefehlt hat", sagte Wück nach dem Abpfiff auf Nachfrage unserer Redaktion. Auch Senß, die erst neben Nüsken und später auf der Seite von Däbritz das ganze Spiel absolvierte, sprach in der Mixed Zone von einer "ein bisschen dynamischeren" zweiten Halbzeit: "Wir waren flexibler dadurch, dass Sara sich oft nach außen fallen gelassen hat."
In dieser Form hat Däbritz, mit 106 Länderspielen die mit Abstand erfahrenste Spielerin im Kader, gute Chancen auf einen Stammplatz.
Torwart-Fünfkampf: Auch Stina Johannes kann nicht überzeugen
Am Tag vor dem Spiel hatte Wück einen Torhüterinnen-Fünfkampf ausgerufen und Olympia-Heldin Ann-Kathrin Berger (NJ/NY Gotham FC),
Bei der Pressekonferenz nach dem Österreich-Spiel gestand der Bundestrainer dann eine persönliche "Mathe-Schwäche" ein, denn es war natürlich kein Vier-, sondern ein Fünfkampf, bei dem auch noch die nachnominierte Bayern-Torfrau Ena Mahmutovic mitwirbelte.
Gegen Österreich stand jedenfalls die 25-jährige Johannes zwischen den Pfosten, die derzeit als stärkste Herausforderin von Olympia-Torhüterin Berger gilt. Leider konnte die Frankfurterin ihre Chance nicht nutzen. Obwohl sie im zweiten Durchgang hielt, was zu halten war, fiel Johannes vor allem durch zwei Fehler in der ersten Halbzeit auf.

In der 14. Minute rauschte eine österreichische Flanke von der rechten Seite durch den Fünfmeterraum. Johannes versuchte, den Ball aus der Luft pflücken, griff aber daneben. Ein Raunen ging durchs Nürnberger Stadion, während die Kugel weiter durch die Gefahrenzone flog, aber keine Abnehmerin fand.
In der 20. Minute schlug Johannes dann einen Rückpass von Minge direkt in die Beine der Österreicherin Lilli Purtscheller, der Abpraller ging zum Glück am deutschen Tor vorbei.
Es mag sein, dass der Bundestrainer die Torhüterinnen-Frage offen lässt, um seine fünf Kandidatinnen weiter zu motivieren. Sollte dies der Fall sein, geht diese Taktik derzeit allerdings nach hinten los. Nachdem Mahmutovic vor Weihnachten gegen Italien gepatzt hatte, mangelte es Johannes gegen Österreich nicht an Paraden auf der Linie, sondern an Strafraumbeherrschung und Antizipation.
Die Frage muss erlaubt sein: Warum macht man auf der Torhüterposition vor der EM ein Fass auf, wenn Berger beim Olympia-Turnier 2024 noch Deutschlands Beste war?
Vier Monate vor dem deutschen EM-Auftakt gegen Polen wirft das Spiel in Nürnberg mehr Fragen auf, als es beantwortet. Die Chance, neue Lösungen zu präsentieren, bietet sich im April: Dann trifft Deutschland in der Nations League zweimal hintereinander auf die schottische Nationalmannschaft.
Verwendete Quellen:
- Zitate aus der Mixed Zone in Nürnberg
- Pressekonferenzen mit Christian Wück vor und nach dem Spiel gegen Österreich
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