Bei Olympia war Merle Frohms nur noch Ersatz. Nun erklärt die 29-jährige Torhüterin des VfL Wolfsburg überraschend ihr Karriereende bei der deutschen Nationalmannschaft. Der neue Bundestrainer Christian Wück hätte gerne mit der langjährigen Nummer eins gearbeitet.

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Torhüterin Merle Frohms ist mit sofortiger Wirkung aus dem Fußball-Nationalteam zurückgetreten. Nach Bronze bei den Olympischen Spielen nur als Ersatzkraft hinter Ann-Katrin Berger zog die 29-Jährige am Dienstag überraschend den Schlussstrich. Zunächst hatte sie den neuen Bundestrainer Christian Wück persönlich über ihre Entscheidung informiert.

"Bereits seit der WM im letzten Jahr ist die Entscheidung gereift, dass das Olympia-Turnier in Paris mein letztes in der Nationalmannschaft sein wird", teilte die Wolfsburgerin am Dienstag mit. Sie blicke nach 52 Länderspielen auf "sechs erlebnisreiche und unvergessliche Jahre" zurück: "Mein Land bei zwei großen Turnieren als Nummer eins vertreten zu haben, war mir eine Ehre, aber auch körperlich und mental sehr fordernd."

Ihren größten Erfolg als Stammkraft im DFB-Tor feierte die Nachfolgerin von Almuth Schult als Vize-Europameisterin 2021 in England, auch beim WM-Fiasko 2023 war sie gesetzt. In Frankreich aber gab Ex-Bundestrainer Horst Hrubesch in diesem Sommer Berger den Vorzug. Als Elfmeter-Heldin wurde die 33-Jährige anschließend zur "Fußballerin des Jahres" gekürt.

Wück hatte Torwartfrage offen gelassen

Wück hatte die Torwartfrage bei seiner Vorstellung am 23. August explizit offen gelassen. "Ich hätte sehr gerne mit Merle gearbeitet und habe ihr das auch in einem persönlichen Gespräch deutlich gemacht", wurde der neue Bundestrainer nun in einer DFB-Mitteilung zitiert. "Merle ist eine herausragende Torhüterin, die in unseren Planungen eine wichtige Rolle gespielt hätte."

Auch DFB-Sportdirektorin Nia Künzer bedauerte Frohms' Rücktritt. "Sie war immer ein wichtiger Teil unserer Mannschaft, ein sicherer Rückhalt und eine absolute Leistungsträgerin", so Künzer: "Wer Merle kennt, weiß, dass sie sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Natürlich respektieren wir ihren Entschluss, auch wenn das nicht einfach ist." (sid/bearbeitet von jum)

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