München - Nicht nur im Hause Müller war nach dem total unnötigen und selbst verschuldeten Bochum-Flop die Wochenend-Laune ziemlich mies. "Wir werden nicht lächelnd auf der Couch sitzen heute Abend", grantelte Thomas Müller nach dem sensationellen 2:3 (2:1) des FC Bayern beim Verlassen des Stadions.
Nach der hauptsächlich durch die ungestüme Rote Karte für Mittelfeldspieler João Palhinha missglückten XXL-Rotation von Trainer
Müller: "Ab morgen voll auf Leverkusen"
Die Bayern wären aber nicht die Bayern - und
"Jedes Mal, wenn wir in dieser Saison verloren haben, sind wir mit viel Feuer und Entschlossenheit ins nächste Spiel gegangen", erinnerte Torjäger
Kompany ahnte gleich, dass seine Maßnahme nach der leichtfertig verspielten 2:0-Führung nach dem Doppelpack von Aushilfs-Stürmer Raphaël Guerreiro zu Diskussionen führen würde. Das müsse er "akzeptieren". Der Belgier mochte "keine Ausreden" gelten lassen, nicht für ihn, aber auch nicht für seine Spieler.
VfL-Trainer Hecking "glückselig"
"Wir müssen auch mit zehn Spielern den Anspruch haben, zumindest nicht zu verlieren", bemerkte er zur langen Unterzahl nach Palhinhas zwar nicht gewolltem, aber trotzdem üblen Tritt auf das Bein des Bochumers Georgios Masouras. Die Überzahl verwandelte anfangs devote Gäste in mutige. Schon vor dem Platzverweis hatte Javko Medic auf 1:2 verkürzt. Ibrahima Sissoko und Matus Bero stellten das Geschehen in der Allianz Arena dann auf den Kopf. VfL-Trainer
Die Bayern denken in höheren Sphären. Sportvorstand
Eberl erwartet "sehr hitziges" Rückspiel
In Leverkusen, das nicht nur wegen der Verletzung von Topstar Florian Wirtz schwer angeknockt in den K.o.-Abend geht, wird es an Einsatzbereitschaft sicher nicht mangeln. Und Kompany wird ja auch wieder alle Stars wie Kane, Kimmich und Musiala wieder von der Bank auf den Rasen rotieren.
"Ich glaube, dass es sehr, sehr hitzig und emotional wird", prophezeite Eberl. Leichtsinn wie gegen Bochum und ausgelassene Großchancen wie bei Serge Gnabrys Elfmeter an den Pfosten dürfen sich die Bayern nicht wieder erlauben.

Immerhin: Urbig wackelt nicht
"Leverkusen wird mit aller Macht versuchen, Tore zu machen. Und am liebsten aus ihrer Sicht ein frühes Tor. Wir müssen von Anfang an extrem mannhaft dagegen auftreten", mahnte Eberl. Als Lichtblick verbuchte der Sportchef, dass der junge Torwart Jonas Urbig vor Leverkusen beim ersten 90-Minuten-Einsatz als Neuer-Vertreter "mit Bravour und Souveränität" seinen Job erledigte. Die drei Gegentore und die Niederlage konnte Urbig nicht angelastet werden.
Eberl empfiehlt für das Gastspiel in Leverkusen Aktivität statt Passivität. "Es ist nicht in der Bayern-DNA, einen Vorsprung zu verwalten. Im besten Fall machen wir auch ein Tor", sagte er. Und wenn das Champions-League-Viertelfinale am Dienstagabend in der BayArena gebucht wird, werden Müller und Co. danach auch wieder lächelnd auf der Hotel-Couch sitzen. © Deutsche Presse-Agentur