Hortensien gehören zu den beliebtesten Gartenpflanzen. Doch der Klimawandel macht ihnen schwer zu schaffen. Experten raten daher inzwischen von der Anpflanzung bestimmter Sorten ab. Welche Alternativen es gibt und ob Topfkultur eine Lösung sein könnte.
Hortensien gehören zweifellos zu den Klassikern im Garten. Ihre üppigen Blütenbälle in Weiß, Rosa, Pink oder Blau begeistern Gartenliebhaber seit Generationen. Immer mehr Experten raten aber inzwischen davon ab, bestimmte Hortensiensorten neu zu pflanzen. Der Grund: Der Klimawandel mit seinen heißen, trockenen Sommern macht den Pflanzen massiv zu schaffen.
Klimaveränderung als Hauptproblem
In den vergangenen Jahren gehe es manchen Pflanzen zunehmend schlechter, erklärt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie im Gespräch mit "myHomebook". Als Hauptgrund nennt sie die steigenden Temperaturen, besonders während der Sommermonate.
"Leider ist ganz oben auf der Liste die gute alte Bauern-Hortensie", so die Expertin. Die Hydrangea macrophylla sowie die Teller-Hortensien (Hydrangea serrata) sind besonders anfällig für Hitzestress und Trockenheit.
Daraus resultiert, dass die Pflanzen extrem viel Wasser benötigen. "Bei anhaltender großer Hitze sollten sie morgens und abends gegossen werden", heißt es in einem Beitrag von Bayern 1. Auch ein Umzug der Pflanzen in den Schatten hilft nur bedingt, denn die Pflanzen verlieren viel Wasser über die zahlreichen Blätter. Eine eingewachsene Hortensie kann in Hitzesommern täglich durchaus 50 Liter Wasser benötigen - das entspricht fünf vollen Gießkannen.
Die hitzeresistenten Alternativen
Doch nicht alle Hortensiensorten sind gleichermaßen betroffen, wie "Mein schöner Garten" erklärt. Die folgenden drei Arten seien weniger empfindlich gegenüber direkter Sonneneinstrahlung, vorausgesetzt, der Boden trocknet nicht aus:
- Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens)
- Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata)
- Eichenblatt-Hortensie (Hydrangea quercifolia)
Als Beispiel für eine besonders hitzeresistente Sorte wird die Schneeball-Hortensie "Annabelle" genannt, die bei richtiger Pflege eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern erreichen kann.
Was tun Züchter und Händler?
Angesichts der Klimaproblematik reagieren Züchter bereits und versuchen, stabilere Sorten zu kreieren. So etwa die "Endless Summer"-Züchtungen der Bauern-Hortensien, die allerdings trotz höherer Robustheit nicht für die Sonne geeignet sind. Auch die "Black Diamond"-Serie mit schwärzlichem Laub wird manchmal als etwas sonnenverträglicher beworben - dieser Vorteil falle aber "nicht wesentlich ins Gewicht", schreibt "Mein schöner Garten". Gartencenter und Baumschulen bieten weiterhin alle Hortensiensorten an, weisen aber zunehmend auf die Standortansprüche hin.
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Für Hortensienliebhaber könnte die Kultur im Kübel eine Alternative sein. Laut "Mein schöner Garten" bilden Hortensien in Kübeln weniger Blattmasse und werden nicht so mächtig wie ausgepflanzte Exemplare. Daher benötigen sie auch weniger Wasser - meist reichen "ein, zwei Kannen abends und eine am Vormittag". Zudem haben Topfpflanzen den Vorteil, dass sie bei extremer Hitze in den Schatten gerückt werden können.
Fazit für Gartenbesitzer
Was bedeutet das nun für Hobbygärtner? Wer unbedingt eine klassische Bauern-Hortensie möchte, sollte sich der Herausforderungen bewusst sein und idealerweise auf eine Topfkultur setzen.
Für Neuanpflanzungen im Freiland sind hingegen die klimarobusteren Sorten wie Rispen-, Schneeball- oder Eichenblatt-Hortensien zu empfehlen. Durch die richtige Wahl kann die beliebte Pflanzengattung auch in Zukunft unsere Gärten schmücken - nur eben mit leicht verändertem Sortiment. (eyn)
Verwendete Quellen
- MyHomebook: Darum sollte man keine Hortensien mehr anpflanzen
- Mein schöner Garten: Hortensien in die Sonne pflanzen? Mit diesen Arten klappt’s
- Bayern 1: Hortensien gießen - Wann ist die beste Zeit?
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