Angesichts der scharfen Töne aus Washington halten einige die Nato in Gefahr. Der US-Außenminister will davon nichts wissen, hat aber auch eine "eine unbequeme Wahrheit" für die Verbündeten.
US-Außenminister Marco Rubio ist den Befürchtungen der Nato-Mitgliedstaaten entgegengetreten, die USA könnten dem Bündnis den Rücken kehren. US-Präsident
"Wir möchten in dem Wissen abreisen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, einem realistischen Weg, auf dem sich jedes Mitglied verpflichtet und verspricht, bei den Ausgaben (für Verteidigung) fünf Prozent zu erreichen", sagte Rubio. Dies schließe die USA ein, die ebenfalls ihren Anteil erhöhen müssten, erklärte er weiter.
"Niemand erwartet, dass Sie dies binnen ein oder zwei Jahren schaffen. Aber der Weg muss realistisch sein", ergänzte Rubio. Dies sei eine unbequeme, aber grundlegende Wahrheit, die jetzt ausgesprochen werden müsse.
Rubio zufolge sind die USA in der Nato sogar "aktiver denn je". Die "Hysterie und Übertreibung", die er in internationalen und einigen US-Medien diesbezüglich gesehen habe, seien nicht gerechtfertigt. "Aber wir wollen, dass die Nato stärker wird." Der einzige Weg dahin sei, "dass unsere Partner (...) über mehr Kapazitäten verfügen", fuhr er fort.
Fünf-Prozent-Ziel trotz Aufrüstung derzeit unrealistisch
Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt die Beistandsverpflichtungen innerhalb der Nato in Frage gestellt und von den Nato-Partnern eine Aufstockung ihres Verteidigungsbudgets auf fünf Prozent des jeweiligen BIP gefordert. Die Wortmeldungen aus Washington nährten bei Nato-Diplomaten in Brüssel Befürchtungen, die USA könnten sich zumindest teilweise aus der Nato zurückziehen.
Vor dem zweitägigen Treffen hatte sich Nato-Generalsekretär Mark Rutte bereits zuversichtlich über die Zukunft der Allianz geäußert. "Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Bündnis mit den USA Bestand haben wird", sagte Rutte am Mittwoch.
Eine Reihe von Nato-Ländern haben bereits eine deutliche Aufstockung ihres Verteidigungsbudgets angekündigt. Allerdings sehen etwa Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien Verteidigungsausgaben in Höhe von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts bislang auf absehbare Zeit als unrealistisch an.
Deutschland und Frankreich kamen zuletzt auf nur etwas mehr als zwei Prozent, Italien und Spanien lagen sogar sehr deutlich darunter. Ziel ist es derzeit, beim nächsten Nato-Gipfel im Juni eine neue gemeinsame Zielvorgabe für Verteidigungsausgaben zu vereinbaren. (afp/dpa/bearbeitet von thp)