Nach einem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Slowakei werden in Österreich ab Samstag mehrere Grenzübergänge geschlossen. Die Maßnahme benötige weniger Personal, begründete das Innenministerium die Entscheidung.
Aufgrund des Ausbruches der Maul- und Klauenseuche in der benachbarten Slowakei werden mit Samstag 23 Grenzübergänge, zwei davon in Niederösterreich, vorübergehend geschlossen. Die betroffenen Übergänge seien in enger Abstimmung mit den Behörden in den betroffenen Bundesländern Niederösterreich und Burgenland, den Landwirtschaftskammern und dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft festgelegt worden, gab das Innenministerium am Donnerstag in einer Aussendung bekannt.
Die Landespolizeidirektionen seien dabei für die Sicherung und Kontrollen der Grenzübergänge zuständig. "Geschlossene Grenzübergänge stellen im Gegensatz zu Grenzkontrollen an geöffneten Übergängen eine weniger personalintensive Maßnahme dar und werden in unterschiedlicher Stärke und Intensität durchgeführt", teilte das Ministerium mit. In diesem Zusammenhang wurde mitgeteilt, dass keine weiteren Details zu den Maßnahmen an den Grenzen bekanntgegeben würden.
Bereits seit Ende vergangener Woche unterstützt die Polizei im Rahmen der bestehenden Kontrollen an der slowakischen und ungarischen Grenze die Gesundheitsbehörden. Die Maßnahmen umfassen dabei die Anhaltung von Fahrzeugen, die Überprüfung von Dokumenten und Kontrolle der Fahrzeuge.
Betroffene Grenzübergänge
Konkret betroffen sind in Niederösterreich laut dem Entwurf der Verordnung die Übergänge Angern-March/Zahorska Ves und Schloss Hof/Devinska Nová Ves.
Im Burgenland geschlossen werden folgende Übergänge: Andau/Jánossomorja, Andau/Kapuvar (Zugang zur Brücke von Andau), Baumgarten/Sopron, Deutsch Jahrndorf/Rajka, Deutschkreutz/Harka, Deutschkreutz/Nagycenk, Halbturn/Várbalog, Halbturn/Várbalog (Albertkazmerpuszta), Klostermarienberg/Olmod, Loipersbach - Ágfalva, Lutzmannsburg/Zsira, Lutzmannsburg (Rebberg) - Zsira, Lutzmannsburg (Therme) - Zsira, Neckenmarkt - Harka, Nickelsdorf - Rajka, Nikitsch - Sopronkövesd, Nikitsch/Zsira, Ritzing (Helenenschacht), Sopron (Brennbergbánya), Schattendorf/Ágfalva, Sieggraben (Herrentisch)/Sopron (Görbehalomtelep), Wallern/Kapuvár (Zugang zur Brücke von Wallern).
Das Innenministerium stellte in Zusammenhang mit der Grenze bei Nickelsdorf gegenüber der APA klar, dass der große Grenzübergang dort Richtung Hegyeshalom weiterhin offen bleibe.
Überwachungsprogramm im Burgenland
Unterdessen ist im Burgenland ein umfassendes Überwachungsprogramm angelaufen. In den kommenden Wochen werden alle 660 Betriebe im Nord- und Mittelburgenland kontrolliert, hieß es am Donnerstag aus dem Büro von Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne). Zwölf Betriebe in Deutsch Jahrndorf, Nickelsdorf, Halbturn und Mönchhof werden wöchentlich beprobt. Vorerst läuft das Programm bis 17. Mai.
Die vier Gemeinden im Bezirk Neusiedl am See, in denen wöchentlich Proben genommen werden, bilden aufgrund ihrer Nähe zum ungarischen Ausbruchsort Levél eine Überwachungszone. Dort gilt auch ein Jagdverbot, damit Wildtiere nicht aufgescheucht werden und das Virus bei ihrer Flucht unter Umständen weitertragen. Zuletzt fielen sämtliche Tests in der Zone negativ aus.
Untersuchung in 660 Betrieben
In den 660 Betrieben der Beobachtungszone, wie das Burgenland sie nennt, werden die Tiere in den kommenden Wochen nach und nach auf klinische Symptome untersucht und die Einhaltung der Maßnahmen zur Biosicherheit überprüft. In rund insgesamt 150 Betrieben werden zusätzlich monatlich Proben genommen. Vorerst läuft das Programm bis 17. Mai.
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Das Überwachungsprogramm sei eine wichtige Maßnahme zur Früherkennung, betonte Haider-Wallner. "Wir müssen alles tun, um eine Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche zu verhindern."
Reaktionen von Landwirtschaftskammer und FPÖ
Die burgenländische Landwirtschaftskammer begrüßte am Donnerstag die Maßnahmen. Weiters forderte Präsident Nikolaus Berlakovich von den zuständigen Stellen in Bund und Land, "schnellstens" weitere Vorbereitungen.
Der burgenländische FPÖ-Bauernobmann und Bundesrat Thomas Karacsony hatte sich zuvor gegenüber der APA gegen Grenzsperren ausgesprochen: "Das führt zu Panik und lähmt die gesamte Wirtschaft wie zu Corona-Zeiten." Er forderte stattdessen Seuchenteppiche bei Grenzübergängen sowie "rigorose Grenzkontrollen" von Lebendtiertransporten. (APA/bearbeitet von ng)