In Wien haben Betrüger einmal mehr ein gutgläubiges Opfer ausgenommen. Sie hatten die Frau zu sieben verschiedenen Bankfilialen geschickt – erst dort schöpfte eine Mitarbeiterin Verdacht.
Ein weiterer Fall mit der Betrugsmasche "falscher Polizist" beschäftigt die Ermittler des Landeskriminalamts Wien. Opfer wurde eine 65-Jährige aus Wien-Simmering, die von den Kriminellen im fünfstelligen Eurobereich geschädigt wurde. Dafür wiesen sie die Frau unter den üblichen Vorwänden dazu an, Geld von ihren Bankkonten zu beheben. Die Betrüger stellten ihr dafür jeweils ein Taxi zur Verfügung, bei der siebenten Bankfiliale schöpfte dann jedoch eine Mitarbeiterin Verdacht.
Wie die Landespolizeidirektion am Freitag berichtete, erhielt die Frau am Mittwochmittag einen Anruf von einem angeblichen Bankangestellten, der ihr mitteilte, jemand habe in ihrem Namen versucht, Geld von ihrem Konto abzuheben. Der Betrüger informierte die 65-Jährige, dass sie nun daher ein Polizist anrufen werde, um das Vermögen zu schützen.
Betrüger erschwindelten sich auch Sparbuch der Mutter des Opfers
Schon hatte die Frau den falschen Polizisten an der Leitung, dieser beauftragte die Frau nun, Bargeld in bestimmter Höhe an mehreren Niederlassungen ihrer Bank abzuheben. Zur "Unterstützung" wurde dem Opfer jeweils ein Taxi bestellt. Unter der weiteren telefonischen Anleitung des Betrügers kam so bald ein Betrag im oberen fünfstelligen Eurobereich zusammen, der vom Opfer diesem einen "Kollegen" des falschen Polizisten übergeben wurde. Bei ihm landete auch das Sparbuch der 89 Jahre alten Mutter der Frau, wie Polizeisprecher Markus Dittrich gegenüber der APA berichtete.
Das funktionierte sechsmal, erst in der siebenten Bankfiliale schöpfte eine Mitarbeiterin dann jedoch Verdacht und klärte die 65-Jährige über diese Betrugsmasche auf, zusammen gingen sie anschließend zur Polizei. Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen übernommen.
Trickbetrug mit älteren Menschen als Geschädigte
Durch diesen Trickbetrug werden immer wieder besonders ältere Menschen um ihr Vermögen gebracht, warnte die Polizei. Dabei wird den Opfern am Telefon vorgespielt, sie seien ein potenzielles Opfer von Einbrechern, weshalb nun die Polizei Wertgegenstände zur sicheren Verwahrung abholen würde.
Die Exekutive betonte, dass sie keine Wertgegenstände zur Verwahrung verlangt. Sollten solche Anrufe kommen, muss sofort der Notruf unter 133 gewählt werden. Weitere Informationen und Präventionstipps von der Kriminalprävention des Landeskriminalamtes Wien erhalten Interessierte unter der Telefonnummer 0800-216-346 oder per Mail unter lpd-w-lka-ab-kriminalpraevention@polizei.gv.at. (APA/bearbeitet von mbo)