Erst im März wüteten Dutzende Stürme in Teilen der USA, mindestens 40 Menschen verloren ihr Leben. Nun sind einige der damals betroffenen Gebiete erneut bedroht.
Teile der USA sind von schweren Unwettern und Tornados betroffen. Die Gewittersaison habe in diesem Jahr ungewöhnlich früh begonnen, wie CNN berichtet. Demnach kam es in diesem Jahr bereits landesweit zu 3.200 Meldungen von Tornados, Hagel und zerstörerischen Stürmen.

Warnung vor sintflutartigen Regenfällen
Bis zum Ende der Woche könnte nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes in einem Zeitraum von vier Tagen so viel Regen fallen, wie sonst im gesamten Frühling. Überschwemmungen historischen Ausmaßes seien dann möglich, mit dem "Potenzial für lebensbedrohliche Sturzfluten über mehrere Tage hinweg", warnt der US-Wetterdienst WPC.
Wetterexperten sprachen von möglichem Hochwasser von Ohio bis in den äußersten Nordosten von Texas: Eine der größten Gefahren, die diese Stürme mit sich brächten, seien neben Tornados und Hagel sintflutartige Regenfälle, die zu katastrophalen Überschwemmungen führen könnten, schrieb CNN dazu.
Demnach besteht am Freitag und Samstag in Teilen von Mississippi und Ohio eine Überschwemmungsgefahr der Stufe 3 von 4. Im Nordosten von Arkansas und Westen Kentuckys herrsche am Donnerstag das seltene Hochwasserrisiko der Stufe 4. Derartige Hochwasser-Ereignisse machten nach Untersuchungen des WPC nur vier Prozent der Ereignisse in einem Jahr in den USA aus, sind aber für 80 Prozent der Hochwasserschäden und 36 Prozent der Todesfälle verantwortlich.
Tornados ziehen über Teile der USA
Im Süden und Mittleren Westen haben bereits mehrere Tornados Medienberichten zufolge Häuser und Farmen zerstört. Im Bundesstaat Missouri kam ein Mensch ums Leben, wie der zu CBS gehörende lokale US-Sender KFVS unter Berufung auf die dortige Autobahn-Polizei berichtete. Ob der Tod der Person direkt mit den Stürmen zusammenhänge, sei aber noch unklar. Zudem soll es im Bundesstaat Kentucky mehrere Verletzte beim Einsturz eines Gebäudes gegeben haben.
Von Ohio im Mittleren Westen bis Mississippi im Südosten der USA steht ein Gebiet mit etwa 14 Millionen Menschen laut CNN unter einer Tornadobeobachtung – das ist die Vorstufe zu einer Tornadowarnung, wie die staatliche US-Wetterbehörde NOAA auf ihrer Webseite schreibt. Für einzelne Gebiete wie etwa die Gegend um Nashville in Tennessee sprach diese auch eine Tornadowarnung aus.
Im Bundesstaat Indiana sei ein Funkturm umgestürzt. In mehreren Staaten im mittleren Süden wie Tennessee, Mississippi oder Arkansas wurden Notunterkünfte eingerichtet und geöffnet, wie der TV-Sender Fox News berichtet.
Schwere Unwetter bereits im März
Erst im März hatten schwere Unwetter im Süden und Mittleren Westen mindestens 40 Menschenleben gefordert. Schon damals war unter anderem der Bundesstaat Missouri stark betroffen. In acht Bundesstaaten – neben Missouri Arkansas, Mississippi, Louisiana, Illinois, Tennessee, Alabama und Indiana – wurden damals insgesamt rund 80 Tornados gemeldet, Dutzende wurden als solche bestätigt. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es laut dem Deutschen Wetterdienst durchschnittlich ungefähr 45 Tornados pro Jahr.
Tornados können in den USA gemäß der US-Wetterbehörde grundsätzlich zu jeder Jahreszeit auftreten. Je nach geografischer Lage gibt es aber Monate, in denen sie besonders häufig vorkommen. Sie entstehen bei großen Temperaturunterschieden und treten häufig zusammen mit Gewittern auf. Dabei reicht aus der Gewitterwolke ein rüsselartiger Wolkenschlauch bis in Bodennähe. (ng)