Ein Fall sorgt derzeit in Neuseeland für Schlagzeilen: Ein Kind wurde mit einer vermissten Frau verwechselt und in die Psychiatrie eingewiesen. Die Elfjährige bekam Medikamente verabreicht, die Kindern sonst nicht gegeben werden.

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In Neuseeland ist ein elfjähriges Mädchen in die Psychiatrie eingewiesen und unter starke Medikamente gesetzt worden, weil Polizeibeamte das Mädchen mit einer vermissten Frau verwechselten. Der Fall, zu dem am Mittwoch ein Untersuchungsbericht veröffentlicht wurde, hat im ganzen Land große Empörung ausgelöst.

Das Mädchen, das dem Bericht zufolge über "eingeschränkte sprachliche Fähigkeiten" verfügt, wurde am 9. März von einer Polizeistreife auf einer Brücke in Hamilton auf der Nordinsel Neuseelands aufgegriffen. Die Polizisten hielten das Kind für eine 20-jährige Frau, die aus einem Krankenhaus verschwunden war und brachten es in die Klinik. Dort wurde das Mädchen auf die "psychiatrische Intensivstation" eingewiesen obwohl eine Pflegerin darauf hinwies, dass die Patientin aussehe "wie ein Kind".

Neuseelands Gesundheitsministerium versucht, Verwechslung zu erklären

"Patientin A lebt mit einer Behinderung, die dazu führt, dass sie nicht in der Lage ist, anderen von sich zu erzählen", versuchte das Gesundheitsministerium die folgenschwere Verwechslung zu erklären. Weil sie die vom Krankenhauspersonal verordneten Medikamente ablehnte, wurde die Elfjährige fixiert und mit Antipsychotika behandelt, die Kindern dem Bericht zufolge "nur selten verabreicht werden".

"Das Personal ging davon aus, dass es einer Erwachsenen und nicht einem Kind Medikamente verabreichte", heißt es in dem Bericht. Das Mädchen war mehr als zwölf Stunden in der Klinik, bis die Polizei den Fehler bemerkte und die Familie informierte. Die Eltern holten ihre Tochter dann ab.

Der Gesundheitsbeamte Richard Sullivan bat die Familie für das erlittene Trauma um Entschuldigung. Mit der umfassenden Untersuchung solle sichergestellt werden, "dass so etwas nicht noch einmal passiert".

Neuseelands Premierminister Christopher Luxon hatte die Untersuchung vergangene Woche nach Bekanntwerden des Falls angeordnet. Als Vater könne er sich gut in den schrecklichen Vorgang hineinversetzen, sagte Luxon. Er empfinde "großes Mitgefühl" mit dem Mädchen und seiner Familie. (AFP/bearbeitet von tas)