Gibt es Hoffnungen auf ein Lebenszeichen der in Mogadischu entführten Krankenschwester aus Deutschland? Das Rote Kreuz prüft derzeit die Echtheit eines aufgetauchten Videos.
Fast sieben Jahre nach der Entführung einer deutschen Krankenschwester in Somalia gibt es Hoffnungen auf ein Lebenszeichen der Frau aus Nordrhein-Westfalen. Ein im Internet veröffentlichtes Video zeigt eine Frau, die sich als die damals entführte Krankenschwester aus Hamm beschreibt. Sie ruft darin zu verstärkten Anstrengungen für ihre Freilassung auf und richtet ihr Wort auch direkt an den geschäftsführenden Bundeskanzler
Video "erschütternd und schwer anzuschauen"
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) teilte mit, dass das IKRK das jüngste Video gesehen habe, in dem ihre Kollegin um ihre Freilassung flehe. "Wir analysieren es derzeit. Wir sind sehr besorgt um ihre Gesundheit und tun alles in unserer Macht Stehende, um ihre sichere Freilassung zu gewährleisten", hieß es weiter. Das Video sei erschütternd und schwer anzuschauen, gebe aber auch Hoffnung auf ihre Freilassung.
Das Auswärtige Amt in Berlin äußerte sich auf Anfrage nicht. "Wir bitten um Verständnis, dass sich die Bundesregierung grundsätzlich nicht zu Entführungsfällen deutscher Staatsangehöriger im Ausland äußert", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.
Krankenschwester wurde 2018 in Mogadischu entführt
Die Krankenschwester war im Mai 2018 aus dem Komplex des IKRK in Somalias Hauptstadt Mogadischu entführt worden. Sicherheitskreise in Mogadischu gingen davon aus, dass mindestens ein Wachmann in die Entführung verwickelt war.
Das Land am Horn von Afrika wird seit Jahren von islamistischen Milizen heimgesucht, darunter der mit Al-Kaida verbündeten Terrorgruppe Al-Shabaab. Die Miliz kontrolliert Teile Somalias, verübt aber auch immer wieder in der Hauptstadt Mogadischu Anschläge gegen Politiker, Journalisten und Vertreter der Zivilgesellschaft, die für einen westlichen Lebensstil stehen. Im Norden sind zudem Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. (dpa/bearbeitet von nap)